Hommage
Digitalvideo, 12 min; 2025
mit Alma Hofinga & Simone Woebse
& mit Soundaufnahmen der NASA
Unschärfe ist etwas ganz besonderes. Die Unschärfe ermöglicht den Spielraum, in dem sich das Bewusstsein des Menschen in seiner Beziehung zur Umwelt entwickeln kann.
Schärfe – Unschärfe definiert sich als Genauigkeit – Ungenauigkeit eines Objekts oder Sachverhalts, aber immer in Abhängigkeit vom Kontext. Der angewendete Maßstab oder Zusammenhang bestimmt die Wahrnehmung von scharf – unscharf.
Unschärfe ist Teil des Lebens. Unschärfe lädt ein, Widersprüchliches, Ambivalentes & Paradoxes zu durchringen. Vielleicht so lange & intensiv, bis ein Quantensprung passiert. Die Quantenteilchen haben ihre Freiheit genutzt und sich zusammen zu einer Eingebung oder einer Traumerfahrung organisiert. Wenn sich eine Seele auf diese Weise weitet, sieht zwar alles noch genauso aus wie vorher, aber die Welt wird nun von einem schwer erklärbarem Zusammenhang durchwoben, der vorher nicht da gewesen zu sein schien.
Eine Frau telefoniert. Der sprechende Mund bewegt sich unhörbar. Ein Pulsieren wird hörbar & noch ein anderes & noch weitere. Geöffnete Augen. Bunte Blumen & Blüten wie gemalt. Ein Mädchen wie ein jüngeres Ich der Frau. Hände, die die Blumen suchen. Insekten, die sich am Nektar laben. Einzelne gesprochene Worte tauchen auf. Das Telefongespräch dauert an. Das Mädchen dreht sich auf der grünen Wiese. In der Unschärfe erkennen sich die Frau & das Mädchen. Sie treffen sich in Raum und Zeit.
Distel-Devedikeni
(Video siehe Startseite)
Digitalvideo, 2019
Sound: David Borinski
Dieses Digitalvideo in s/w mutet archaisch an, ist allerdings im iPhone-Hochformat gedreht.
In einer steinigen und windigen Landschaft des nördlichen Mesopotamien zeigt mir eine junge Frau in wehenden schwarzen Tüchern, wie man eine Distel erntet. Mit einem Stock wird die Distelblüte abgeschlagen, mit einem Stein auf dem Felsuntergrund die Stacheln entfernt und das weiche Herz der Distel überreicht.
Die selbstverständlich ausgeführten Handlungen und die kommunikativen Gesten und Blicke sind die Sprache, die das Gegenüber mit einbezieht. In ihrer Einfachheit und Schönheit scheint diese Interaktion zu existieren, seit es die Menschen auf der Erde gibt.
Der Körper denkt
2017, Schaumstoff
Der Körper denkt. Das kann zur ungeplanten Erweiterung der Freiheit des Individuums führen.
Gegensätze werden verbunden und erschaffen eine neue Wirklichkeit. Das Leben wartet nicht.
Schwarz auf Weiß in Braille-Schrift direkt auf die Wand montiert, zu sehen und zu fühlen.

***aus dem Archiv***
Menschenkind
Digitalvideo (miniDV), 2016
mit Sound von „The projected Sound of…“ und Geräuschen von der Rückseite des Mondes während der Apollo-10-Mission 1969